Nosferatu

Handlung
Stummfilmklassiker nach Motiven des Schauerromans "Dracula" von Bram Stoker: Thomas Hutter ist Sekretär eines Maklers in Wisborg und lebt dort glücklich mit seiner Frau. Eines Tages schickt ihn sein Chef auf eine Dienstreise nach Transsylvanien, um mit dem Grafen Orlok über den Kauf eines Hauses zu verhandeln. Ellen, seine Frau, ahnt nichts Gutes: Sie spürt die Gefahr, in die ihr Mann sich begibt, kann ihn aber nicht zurückhalten. Erst in der Nacht begegnet Hutter dem seltsamen Schlossherrn, und dieser unterzeichnet den Vertrag. Als er am nächsten Morgen im Schloss erwacht, entdeckt er kleine rote Male an seinem Hals und ahnt, welchem Grauen er gegenübersteht. Orlok ist ein Vampir. Hutter verlässt fluchtartig das Schloss, denn er hat Angst, dass das Ungeheuer auf dem Weg zu seiner Frau ist.
Eines Tages legt ein führerloses Schiff in Wisborg an, dessen Fracht Pest, Tod und Verderben über die Bewohner bringt. Die Toten tragen alle die gleichen roten Male am Hals. Ellen erkennt diese Herausforderung, und um das unheilvolle Schicksal aufzuhalten, opfert sie sich und gibt sich dem Vampir hin. In den ersten Sonnenstrahlen des neuen Morgens löst sich Graf Orlok in Nichts auf.
Hintergrund
Obwohl Nosferatu explizit auf Dracula basiert, taucht dessen Name nicht auf, da der Regisseur Friedrich Wilhelm Murnau die Rechte an Stokers Buch nicht bekam. Also benannte er den Vampir einfach in „Graf Orlok“ um, veränderte die Geschichte leicht und drehte seinen Film ohne Erlaubnis von Bram Stokers Erben. Die Vorstellung, dass Vampire lichtscheu sind, was in allen Vampirgeschichten eine Rolle spielt, geht auf diesen Film zurück. In der Originalvorlage war dies nämlich nicht der Fall.
Obwohl Bram Stokers Witwe, Florence Stoker, 1924 vor einem Berliner Gericht die endgültige Vernichtung aller Negative und Positive von Nosferatu gerichtlich erwirkte, konnten einige Kopien auf abenteuerliche Weise gerettet werden, und der Film existiert heute in verschiedenen Versionen.
1929 erzwang Florence Stoker schließlich noch einmal die Vernichtung. Mittlerweile waren jedoch Kopien nach Frankreich und Amerika gelangt. 1930 konnte das Hollywood-Studio Universal die Blockade der Stoker-Witwe überwinden.
Die ausgeklügelte Bildkomposition und die schauspielerische Leistung von Max Schreck machten Nosferatu zu einem vielbeachteten Klassiker des Horrorfilms und – neben Metropolis und Das Cabinet des Dr. Caligari – zu einem der einflussreichsten deutschen Filme seiner Zeit.

Filmdaten
Originaltitel: Nosferatu – Eine Symphonie des Grauens
Produktionsland: Deutschland
Erscheinungsjahr: 1922
Länge (PAL-DVD): 94 Minuten
Originalsprache: Deutsch
Altersfreigabe: FSK 12
Stab
Regie: Friedrich Wilhelm Murnau
Drehbuch: Henrik Galeen
Produktion: Enrico Dieckmann, Albin Grau für Prana-Film
Musik: Hans Erdmann
Kamera: Fritz Arno Wagner, Günther Krampf
Besetzung
- Max Schreck: Graf Orlok/Nosferatu
- Alexander Granach: Häusermakler Knock
- Gustav von Wangenheim: Thomas Hutter
- Greta Schröder: Ellen Hutter, seine Frau
- Max Nemetz: Schiffskapitän
- John Gottowt: Professor Bulwer
- Wolfgang Heinz: Maat
- Georg Heinrich Schnell: Reeder
- Ruth Landshoff: Annie, seine Frau
- Gustav Botz: Dr. Sievers
Musikalische Begleitung
- Aljoscha Zimmermann (Piano)
- Sabrina Hausmann (Violine)
- Martin Fuchs (percussion)





