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Sir Charles Chaplin


(Charles Spencer Chaplin Jr., bekannt als Charlie Chaplin)
*16. April 1889 in London
† 25. Dezember 1977 in Vevey, Schweiz
 
Chaplin begann seine Karriere mit fünf Jahren am Theater in England, wo er erfolgreich den Gassenjungen spielte, bis er für diese Rolle zu alt war. Seine erste Titelrolle bekam er 1901.

1913 wurde Chaplin auf seiner zweiten USA-Tournee (zusammen mit Stan Laurel) von der Keystone-Filmgesellschaft entdeckt. Er fing in der Truppe Mack Sennetts für 150 Dollar in der Woche an. Chaplin, der nicht sehr groß war, sollte den voluminösen Fatty Arbuckle ergänzen. Er entwickelte in den folgenden Filmen den Tramp-Charakter, der ihn später weltberühmt machte. Er lieh sich ein altes Paar Schuhe und eine Hose von Arbuckle (die ihm viel zu groß war), eine Melone von Arbuckles Stiefvater, eine zu kleine Jacke und einen falschen Bart. Der Erfolg gab Chaplin Recht, und daher gewährte ihm das Studio einen größeren Einfluss auf seine Filme. Chaplin übernahm Regie, Drehbuch und Schnitt.

Seine Beliebtheit wuchs rasant, er konnte sich vor Angeboten kaum noch retten. Er wechselte zur First National und war damit nur kurz vor Mary Pickford der erste Star, der einen Vertrag über eine siebenstellige Summe abschloss. Seine Freiheiten gingen jetzt so weit, dass er seine Filme sogar selbst produzierte und auch die Rechte an ihnen hielt. Sein erstes so zustande gekommenes Werk war zugleich auch sein erster Langfilm: am 6. Februar 1921 wurde The Kid uraufgeführt, ein Stummfilm von 51 Minuten mit teilweise autobiografischen Zügen.

Nachdem das Engagement bei der First National auslief, gründete Chaplin mit Mary Pickford, Douglas Fairbanks sen. und D. W. Griffith die United Artists Filmstudios.

Im Oktober 1940 war die Premiere von Chaplins erstem Tonfilm The Great Dictator (Der große Diktator). Chaplins satirische slapstick comedy des Faschismus richtete sich symbolisch auch gegen die US-Staatsmacht und den Militarismus allgemein. Diesen Anti-Hitler-Film wollte die US-amerikanische Zensurbehörde zuerst nicht genehmigen. Die Konservativen Amerikas unterschätzten anfangs Hitlers Machtwahn und hielten ihn für einen großartigen Politiker, da er das Kriegsgeschäft ankurbelte und quasi ein Verbündeter in Europa gegen den Bolschewismus bzw. den Kommunismus Stalins war. Chaplins Film passte ihnen also gar nicht ins Konzept.

Im Oktober 1947 musste Chaplin wiederholt vor dem Komitee für unamerikanische Aktivitäten (House Un-American Activities Committee, HUAC) aussagen, und FBI-Chef J. Edgar Hoover, ein erbitterter Gegner Chaplins, versuchte, diesem die Aufenthaltsgenehmigung zu entziehen.

Obwohl Chaplin seine größten Erfolge in den USA errang, behielt er seine britische Staatsangehörigkeit. Er selbst sah sich als Weltbürger. Charles Chaplin war liberal, kritisch und Pazifist und passte daher nicht ins Idealbild der Regierung von einem Filmstar. Auch stieß man sich an seinem Lebenswandel.

Chaplin war in der Bevölkerung überaus beliebt und parodierte hintergründig auch die amerikanische Gesellschaft; deshalb war er für den Staatsapparat verdächtig. Ihm wurde mangelnde Verfassungstreue vorgeworfen. In den 1930er/1940ern konnte man in den USA schon durch die spöttische Hinterfragung der herrschenden Gesellschaftsordnung als marxistisch oder kommunistisch verdächtigt werden.

Am 18. September 1952, zu Beginn der McCarthy-Ära, verließ Chaplin die Vereinigten Staaten für einen Kurzbesuch in England. Anlass war die Weltpremiere seines dort spielenden Films Rampenlicht (Limelight, in dem Buster Keaton einen Kurzauftritt hat). Als Hoover davon erfuhr, verhinderte er durch ein Verfahren (wegen subversiver Tätigkeiten) Chaplins Rückkehr in die Vereinigten Staaten. Dieser beschloss, in Europa zu bleiben, zog im Dezember 1952 in die Schweiz und ließ sich im Anwesen Manoir de Ban oberhalb Corsier-sur-Vevey am Genfersee nieder.

1972 kehrte er noch einmal kurz zur Verleihung des Ehrenoscars in die USA zurück.

Am 25. Dezember 1977 verstarb Chaplin im Alter von 88 Jahren im Schlaf in Vevey in der Schweiz.

Ein Spazierstock des Weltstars wurde bei einer Auktion von Filmrequisiten in London 2004 für 47.800 Pfund versteigert. Zwei Schnurrbärte zum Film Der große Diktator erzielten knapp 12.000 Pfund bzw. rund 18.000 Pfund.

Preise, Ehrungen und Auszeichnungen (Auswahl)

1929: Ehrenoscar für „Vielseitigkeit und Genie in Bezug auf Schauspiel, Regie, Drehbuch und Produktion“ bei Der Zirkus
1940: New York Film Critics Circle Awards für Der große Diktator (Chaplin lehnte die Annahme des Preises ab)
1941: Oscar-Nominierung für Der große Diktator (bester Film, bestes Original-Drehbuch, beste Hauptrolle)
1948: Oscar-Nominierung für Monsieur Verdoux – Der Frauenmörder von Paris (bestes Original-Drehbuch)
1954: Internationaler Friedenspreis des Weltfriedensrates
1972: Ehrenoscar für seine „unschätzbaren Verdienste um die Filmkunst“
1972: Goldener Löwe der Filmfestspiele von Venedig für sein Lebenswerk
1973: Oscar für die beste Originalmusik für RampenlichtLimelight) 
1975: Zum Ritter geschlagen durch Königin Elisabeth II. von England (Knight  Commander of the British Empire)

Filme (Auswahl)
1914: Man schlägt sich durch (Making a Living) – erster Filmauftritt
1914: Tillies gestörte Romanze (Tillie's punctured romance)
1914: The Knockout
1914: Dough and Dynamite
1915: Entführung (A Jitney Elopement)
1916: Burlesque on Carmen
1916: Der Ladenaufseher (The Floorwalker)
1916: Der Feuerwehrmann (The Fireman)
1916: Der Vagabund (The Vagabond)
1916: Ein Uhr nachts (One A.M.)
1916: Der Graf (The Count)
1916: Das Pfandhaus (The Pawnshop)
1916: Hinter der Leinwand (Behind the Screen)
1916: Die Rollschuhbahn (The Rink)
1917: Easy Street (Easy Street)
1917: Die Kur (The Cure)
1917: Der Einwanderer (The Immigrant)
1917: Der Abenteurer (The Adventurer)
1918: Ein Hundeleben (A Dog's Life)
1918: The Bond
1918: Gewehr über (Shoulder Arms)
1919: Sunnyside
1919: A Day's Pleasure
1921: Der Vagabund und das Kind (The Kid)
1921: Die feinen Leute (The Idle Class)
1922: Pay Day
1923: Der Pilger (The Pilgrim)
1925: Goldrausch (The Gold Rush)
1928: Der Zirkus (The Circus)
1931: Lichter der Großstadt (City Lights)
1936: Moderne Zeiten (Modern Times)
1940: Der große Diktator (The Great Dictator)
1947: Monsieur Verdoux – Der Frauenmörder von Paris (Monsieur Verdoux)
1952: Rampenlicht (Limelight)
1957: Ein König in New York (A King in New York)
1967: Die Gräfin von Hongkong (A Countess From Hong Kong) – in diesem Film hat Chaplin nur eine Kleinstrolle

 
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