MFP Concerts GmbH & CoKG

Konzertagentur und Event-Management

  • Increase font size
  • Default font size
  • Decrease font size

Buster Keaton (eigentlich Joseph Francis Keaton)


4. Oktober 1895 in Piqua, Kansas, USA
† 1. Februar 1966 in Woodland Hills, Kalifornien, USA)
Keaton zählte neben Charlie Chaplin und Harold Lloyd zu den erfolgreichsten Komikern der Stummfilmzeit. Durch sein akrobatisches Talent machte er schon als Kind Karriere in den Vaudeville-Shows von New York, ehe er mit einundzwanzig Jahren in den Filmen von Roscoe Arbuckle, der seinerzeit als der beliebteste Filmkomiker neben Charlie Chaplin galt, auftrat. 

Den Namen Buster gaben ihm seine Eltern angeblich, nachdem er unverletzt einen gefährlichen Sturz die Treppe hinunter überstand. Dies soll den Entfesselungskünstler Harry Houdini zur Bemerkung veranlasst haben: „That’s sure some buster your baby took!“ (etwa: „Das war ein ganz schöner Sturz, den euer Baby da hingelegt hat“).

Nach seinem Kriegsdienst von Juli 1918 bis März 1919 in Frankreich kehrte Buster Keaton trotz besserer Angebote zu Arbuckles Comique Studio zurück. Seit 1917 war das Studio im noch jungen Hollywood beheimatet, das besseres Klima und damit mehr Außendrehtage bot als New York. Nach nur drei weiteren gemeinsamen Filmen nahm Arbuckle allerdings Ende 1919 das Angebot an, mit der Produktionsfirma Famous Players-Lasky (später Paramount Pictures) Filme in Spielfilmlänge (damals 60-70 Minuten) zu drehen. Arbuckles bisheriger Produzent Joseph Schenk bot daraufhin Keaton an, Arbuckles Stelle einzunehmen und eigene Filme in kreativer Freiheit zu drehen. Das neue Filmstudio Metro (später aufgegangen in Metro-Goldwyn-Mayer) sollte den Vertrieb sämtlicher Keaton-Filme übernehmen. Buster Keaton drehte seine Filme im alten Studio von Charlie Chaplin.

Von den insgesamt 19 Kurzfilmen aus den Keaton-Studios zählt heute Cops (1922) zu den bekanntesten: Am Höhepunkt jagen hunderte Polizisten Buster durch die Straßen von New York. Dieses Motiv findet sich variiert wieder in seinen abendfüllenden Komödien Seven Chances und Go West (mit einer Rinderherde in Chicago).

Mit der abendfüllenden Komödie The Navigator schloss Keaton endgültig zu den beiden populärsten Filmkomikern der Zeit, Chaplin und Lloyd, auf. Es blieb eine seiner finanziell erfolgreichsten Produktionen. Die nächsten Filme (Seven Chances, Go West und – als sein größter kommerzieller Erfolg – Battling Butler) bestätigten die außergewöhnliche Popularität Keatons, dessen Ruhm auch darauf gründete, dass er spektakuläre Stunts erfand und selbst ausführte. Die Dreharbeiten waren so stets mit großem Risiko verbunden.  In Steamboat Bill Jr. (1928) realisierte Keaton den vielleicht gefährlichsten und legendärsten Stunt seiner Karriere, indem er eine Hausfassade auf sich kippen ließ und nur durch ein kleines Giebelfenster verschont bleibt.

Im Zuge des finanziellen Misserfolgs seines aufwendigen Films The General wurde Keaton 1928 Schauspieler bei MGM. 1933 wurde er, mittlerweile alkoholkrank, aufgrund anhaltender Konflikte mit dem Firmenvorstand gekündigt und geriet in Vergessenheit.

1949 erinnerte der einflussreiche Filmkritiker James Agee in einem Artikel im Life Magazine tief beeindruckt an den „‚stummsten‘ aller Stummfilmkomiker“ (Keaton). Amerikanische Filmclubs begannen, seine Filme – soweit noch vorhanden – wieder zu zeigen. In den 1950er Jahren begann die Wiederentdeckung und Würdigung seiner technisch innovativen Stummfilmkomödien, die heute zu den bedeutendsten Werken der Filmgeschichte gezählt werden.

Ebenfalls 1950 kam es zu einem ähnlichen denkwürdigen, wenn auch kurzen Auftritt in Charlie Chaplins Limelight: Erstmals sind die beiden größten Komiker der Stummfilmzeit gemeinsam in einem Film zu sehen, bezeichnenderweise als alternde Vaudeville-Komiker am Ende ihrer Karriere.

Bereits 1959 wurde Keaton ein Ehren-Oscar für seine Verdienste um die Filmkomödie verliehen.

Bereits seit mehreren Jahren verschlechterte sich Keatons Gesundheitszustand zusehends, was sich teilweise in starken Hustenanfällen äußerte. Die Diagnose Lungenkrebs, erst im weit fortgeschrittenen Stadium gestellt, wurde ihm von seiner Frau und dem Arzt allerdings verschwiegen. Buster Keaton starb am 1. Februar 1966 im Alter von 70 Jahren in seinem Haus an den Folgen seiner Krankheit.

Langfilme (stumm)
1920: The Saphead
1923: The Three Ages (Drei Zeitalter/Ben Akiba hat gelogen!/Hat Ben Akiba gelogen?)
1923: Our Hospitality (Verflixte Gastfreundschaft/Bei mir – Niagara)
1924: Sherlock Jr. (Sherlock Holmes Junior)
1924: The Navigator (Der Navigator/Buster Keaton, der Matrose/Über, auf und unterm Meere/Die Kreuzfahrt der Navigator/Der Schiffbruch/Der Seefahrer)
1925: Seven Chances (Sieben Chancen/Buster Keaton, der Mann mit den 1000 Bräuten)
1925: Go West (Der Cowboy)
1926: Battling Butler (Der Killer von Alabama/Buster Keaton, der Boxer/Ich bin der Größte/Schlag auf Schlag)
1927: The General (Der General)
1927: College (Der Musterschüler/Buster Keaton, der Student/Sport ist Mord)
1928: Steamboat Bill Jr. (Steamboat Bill junior/Wasser hat Balken/Wasser hat keine Balken/Stürmische Zeiten/Buster Keaton – Dampfer-Willis Sohn)
1928: The Cameraman (Der Kameramann/Buster, der Filmreporter) (MGM)
1929: Spite Marriage (Trotzheirat/Die unvollkommene Heirat) (MGM)


Tonfilme (Auswahl)
1930/ 31: Wir schalten um auf Hollywood (Buster Keaton spricht deutsch)
1930: Free and Easy (erster Tonfilm)
1932: The Passionate Plumber (erstmals als Partner von Durante)
1933: What! No Beer? (letzter MGM-Film vor Kündigung)
1934: Le Roi des Champs-Élysées
1939: Hollywood Cavalcade (Keatons erster Farbfilm)
1950: Sunset Boulevard (Boulevard der Dämmerung)
1952: Paradise for Buster (erster Industriefilm)
1952: Limelight (Rampenlicht)
1956: Around the World in 80 Days
1963: Eine total, total verrückte Welt
1965: Film
1965: War Italian Style (Premiere 1967)
1966: A Funny Thing Happened on the Way to the Forum (Toll trieben es die alten Römer)
1966: The Scribe (Industriefilm; letzter Filmauftritt)

 
PayPal-Bezahlmethoden-Logo